Arbeitsbedingungen in der Modebranche

Am 23. April 2013 entdeckten mehrere ArbeiterInnen der Textilfabrik Rana Plaza in Dhaka, einem kleinen Vorort von Bangladesh, Risse in den Wänden ihres Arbeitsplatzes. Ein Ort, an dem sie 70 bis 80 Wochenstunden verbringen und Kleider für große Modekonzernen aus weit entfernten westlichen Ländern zusammennähen. Trotz der Risse in den Wänden wurden sie gezwungen, ihre Arbeit fortzusetzen. Am Morgen darauf, dem 24. April 2013, stürzte der achtstöckige Fabrikkomplex ein und begrub tausende Menschen unter sich.

8 Jahre sind seit diesem Unglück vergangen und die weltweite Debatte über Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie läuft seither munter vor sich hin, die Nähmaschinen in den Textilfabriken Bangladeshs und anderen asiatischen Ländern jedoch auch.

Mode ist mehr als nur Bekleidung. Sie ist Ausdruck unserer Identität, Individualität und Kreativität. Leider hat auch dieser ästhetische und kreativ-schöpferische Bereich unseres täglichen Konsums seine Schattenseiten. Was aber tun, wenn Mode nur noch auf Kosten der Umwelt und anderer funktioniert?

Die Debatten über die Missstände in der globalen Textilindustrie gehen schon zu lange dafür, dass sie keine wirklichen Erfolge für die Betroffenen mit sich bringen. Ein Gutes haben diese Diskurse trotzdem. Sie schüren Aufmerksamkeit für das Problem. In den letzten Jahren wurde dadurch ein Prozess des Umdenkens in der Modewelt angestoßen. Verschiedene Akteure versuchen sich nun vermehrt in anderen, ethisch korrekteren Wegen der Modeproduktion. Die „Slow Fashion“, eine Gegenbewegung der „Fast Fashion“-Industrie, stellt ökologische, soziale oder faire Aspekte in den Vordergrund. Der Trend der „Slow Fashion“ wächst nicht nur unter einzelnen Akteuren und nachhaltigen Modelabels. Auch große Luxusmarken wie Marni, Balenciaga und Co. springen langsam auf den Zug auf. So kündigte MiuMiu an, die nächste Herbst Kollektion würde ausschließlich aus Upcycling Kleidungsstücken bestehen. Upcycling ist die nachhaltigste Form der Wiederverwertung von Kleidung. Anders als beim Recycling basiert Upcycling nicht auf dem Wegwerfen und Wiederverwerten von Produkten. Upcycling ist eine Aufwertung der Produkte, somit entsteht kein Abfall und die Materialien müssen nicht neu produziert werden.  Derzeit ist es der größte Trend in der Modebranche. Ein Trend, der hoffentlich kein Trend bleiben wird, sondern dem Zeitgeist entspricht. Denn genau diese Form des Umdenkens unserer Mode könnte die Lösung sein.

Es ist an der Zeit, Mode umzudenken und Alternativen zu schaffen. Dabei müssen wir uns nicht von unserer Individualität und Kreativität verabschieden. Ganz im Gegenteil: Trends wie Upcycling geben uns die Chance, uns von dem Einheitsbrei der großen Modeketten loszulösen, und unsere ganz eigene Ästhetik und Form des Ausdrucks zu finden. Und das auf einem nachhaltigen und ethisch vertretbaren Weg. Habitus versucht, dafür einen Raum zu schaffen, und den Prozess des Umdenkens weiter voranzutreiben. Mit unserem Online Marktplatz wollen wir eine kreative Community schaffen, die Upcycling als Standard etabliert. Wir freuen uns, dass Ihr Teil davon seid!

 

 

Quellen:

 

https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/kulturelle-bildung/223869/dokumentation

https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/268127/textilindustrie-bangladesch

https://www.vogue.de/mode/artikel/warum-upcycling-gerade-der-grosste-trend-in-der-mode-branche-ist

“The Business of Fashion: The sustainable Gap”,( 22.03.2021)