Sustainability - ein Begriff, der heutzutage in jeder nachhaltigen Marketingkampagne zum Pflichtprogramm gehört. Was steckt genau dahinter und warum wirbt Habitus jetzt auch noch damit?

Jährlich werden der Erde rund 68 Milliarden Tonnen an natürlichen Ressourcen entnommen, damit hat sich der Verbrauch seit dem 19. Jahrhundert fast verzehnfacht. Allein in Europa werden pro Kopf täglich 43 Kilogramm an natürlichen Ressourcen konsumiert. Die Veränderungen unseres Planeten machen sich durch Naturkatastrophen und eine zunehmende Hitzebelastung bemerkbar. 

„Sustainability“, der englische Begriff für Nachhaltigkeit, ist derzeit in aller Munde. Dieses englische Wort ist quasi selbsterklärend: „to sustain“ bedeutet übersetzt „aushalten, ertragen“.

Das bedeutet ganz einfach, dass das System nur ein bestimmtes Maß an Ressourcennutzung dauerhaft ertragen kann. Schießt man jedoch über den Punkt der Balance hinaus, dann kippt das System und man befindet sich nicht mehr im Einklang. Doch Jahr für Jahr wandert der Tag, an dem wir verbraucht haben, was eigentlich für ein ganzes Jahr reichen sollte - man nennt ihn “Overshoot-Day” - im Kalender weiter nach vorne. Alles was wir der Erde nach diesem Tag entnehmen, verändert das Gleichgewicht. Wir möchten aber nicht, dass das System kippt. Unser Ziel muss vielmehr sein, dass noch viele Generationen nach uns diesen tollen Planeten in seiner vollen Fülle erleben dürfen. 

Daher sind wir der Überzeugung – und dahinter stehen wir felsenfest - dass man unserer Erde keine neuen Ressourcen entnehmen muss, um Neues zu konsumieren. Es gibt bereits viel zu viele Textilien, die nur darauf warten, eine neue Chance als „altes-neues“ Kleidungsstück zu bekommen.

Im Durchschnitt besitzt ein/e Deutsche/r 95 Kleidungsstücke, was 5,2 Milliarden Kleidungsstücke bezogen auf ganz Deutschland bedeutet. Davon werden zwei Milliarden Kleidungsstücke nie bzw. seltener als alle 4 Monate getragen. Was bedeutet, dass 40% der produzierten Kleidung nutzlos im Kleiderschrank hängt.  

Es kommt noch schlimmer: ein riesiger Berg an Textilien – mindestens 230 Millionen neue Kleidungsstücke pro Jahr – landen im Schredder oder in der Müllverbrennungsanlage, weil sie nicht verkauft wurden. Textilien in Rauch aufgehen zu lassen, ist gängige Praxis der Textilindustrie jeglicher Couleur – von den Luxuslabels bis hin zur Fast-Fashion-Industrie. Und das sind nur die Zahlen der ungenutzten Textilien, die die Modeindustrie betreffen. Man denke nur an die Handtücher, die jedes Jahr in der Hotelbranche weggeschmissen werden oder das gute Leder alter Sofas, die auf dem Wertstoffhof landen.

Diese Zahlen haben uns wütend und traurig gemacht und wir können und möchten das nicht länger akzeptieren. Gleichzeitig möchten wir aber auch den Spaß an der Mode nicht verlieren und sind der festen Überzeugung, dass man Menschen nicht mit erhobenem Zeigefinger belehren sollte. Vielmehr muss nach und nach ein Umdenken stattfinden, wie wir unseren Konsum (Mode, Fleisch, …) und unser Verhalten (Mobilität, Umwelt,…) neu aufrollen und an die knappen Ressourcen anpassen können.